Seit Urzeiten sehen wir in der Natur, was unser Inneres sehen möchte. Stimmt unser Empfinden mit dem Licht, der Umgebung, der Stimmung überein, wird schemenhaft das Astloch zum Gesicht, die Gabelung zum tanzenden Faun, der schlanke Stamm zur zarten Fee. Unsere Phantasie materialisiert, gestattet uns zugleich flüchtig die Begegnung mit unserem Inneren.
Dieser Flüchtigkeit gebe ich Anreiz, gestalte den Impuls zum Spiel mit dem Betrachter. Er vervollständigt die Figuren, entdeckt und empfindet und spürt die Gefühlswelt dahinter. So gesehen, sind meine Skulpturenskizzen lediglich Türöffner ins Reich unserer eigenen Empfindungen.
Mein Material ist die Natur. Sie skizziert, gestaltet, kreiert. Ich suche und finde dies bevorzugt in Rebstöcken. Sie winden, schlängeln, gabeln sich, erwachsen in eine ungeahnte Dynamik und Formenvielfalt. Angereichert um ein passendes gegenständliches Element entsteht aus der Form eine eitle Haltung, ein neugieriges Verdrehen, ein Strecken zum Tanz. In der Symbiose aus gegenständlicher Anregung und Naturform entsteht die Tiefe des Eindrucks – in der Regel auf den zweiten Blick.
Der Weg zu dieser Ausdrucksform hat (m)eine Vorgeschichte. Zunächst stand die Kombination von Klischee und Gestaltung im Vordergrund: Weinglas und Trinker. Denker und Buch. Aktuell ist es die Symbiose aus Naturform und gestalteten Elementen die zur Skulpturenskizze wachsen.
Monika Gerlach
